Tarifvertrag krankenkasse hek

Dieses Modell wird komplizierter in Umgebungen mit einer vielfältigen Belegschaft, d. h. mit unterschiedlichen Arbeitnehmern, die unterschiedliche Bewertungen auf Leistungen im Gesundheitswesen vornehmen und es somit schwierig machen, marginale Präferenzen zu identifizieren. Wenn die Arbeitnehmer gewerkschaften, geben Abstimmungs- und politische Prozesse darüber hinaus einer breiteren Gruppe von Arbeitnehmern eine Stimme als nur die am Rande. Wir würden von den wettbewerbsfähigen Versicherern erwarten, dass sie Kostensenkungen anbieten, die zumindest den geringeren Anteil des Versicherers an den Gesundheitsausgaben für das Basisniveau der Dienstleistungen (einschließlich Medikamente) und vermutlich einige zusätzliche niedrigere Kosten im Zusammenhang mit dem reduzierten moralischen Risiko widerspiegeln. Diese Kostensenkungen würden den Anteil der diskretionären Dienstleistungen an dem von den HMOs angebotenen Paket widerspiegeln, da die diskretionären Dienstleistungen vermutlich reaktionsfähiger wären als wesentliche Dienstleistungen für Out-of-Pocket-Zahlungen. Zum Beispiel unterschieden Harris, Stergachis und Ried (1990) wesentliche Medikamente, wie blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, Antidiabetika und Schilddrüsenmedikamente, von diskretionären Medikamenten, wie Husten- und Erkältungsmittel, Skelettmuskelrelaxantien und nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten. Obwohl beide Seiten Interesse an einer Änderung der Leistungen der Krankenversicherung bekundeten, blieben die Bedingungen unverändert. Tatsächlich wurden die projizierten Kosteneinsparungen durch die Erhöhung der Zuzahlungen für Drogen sowie ambulante und Notaufnahmebesuche in den formellen Verhandlungen nicht einmal angesprochen. Wie bereits erläutert, ließen die erwarteten Nutzungsänderungen im Zusammenhang mit den Nachfrageelastizitäten der einzelnen Komponenten (und ihrer Anteile an den Gesamtausgaben) und den derzeitigen versicherungsmathematischen Praktiken keine größeren Anpassungen durch die Versicherer zu. Anfang 1999, nachdem sich verwaltung und Gewerkschaft auf ein “themenbasiertes Verhandlungsformat” zur Prüfung der gesundheitlichen Leistungen geeinigt hatten, bildeten sie einen sechsköpfigen “Faktenfindungsausschuss”. Angeblich gab es in diesem Prozess keine “Seiten”, obwohl die Mitglieder offensichtlich die Interessen ihrer Fraktion vertraten.

Das Team der Verwaltung bestand aus dem Chefverhandler des Vertrags (ebenfalls ein professioneller Ökonom), dem Benefit Manager und einem externen Anwalt, der als Berater fungierte. Zum Team der Gewerkschaft gehörten ihr Chef-Vertragsverhandler (ein auf Steuerpolitik spezialisierter Juraprofessor), ich selbst und ein drittes Mitglied, das in der Vergangenheit gewerkschaftspolitische Verhandlungen geleitet hatte. Die Treffen begannen am 15. März, etwa fünf Monate vor Ablauf des Vertrags. Der Ausschuß sollte den Verhandlungsteams bis zum 1. Mai 1999 einen Bericht vorlegen. In Tabelle 3 geht um Ausgaben für das Gesundheitswesen aneben (die gesamten Kranken- und Arzneimittelausgaben zuzüglich Krankenversicherungsprämien stammen von Gabel et al.